Donnerstag, August 24, 2006

Luxembourg Air Rescue: DRK-Chef sabotierte Rettungsflüge


Wenn man keine Patienten hat, dann schafft man sich welche oder versucht es zumindest. Wie wort.lu berichtet, hatte der Leiter der DRK-Rettungswache, Saarburg seit 2005 bewusst über 50 Rettungsflüge der Luxembourg Air Rescue (LAR) im Raum Trier zeitweise massiv gestört und Rettungseinsätze verhindert oder verzögert und Retter sowie Verunglückte in zusätzliche Gefahr gebracht. Begleitet wurden die Sabotageakte durch Drohbriefe gegen LAR und Journalisten. Die Ermittlungen dauern an und das gesamte Ausmass ist noch nicht bekannt.

Na ja, was haben wir denn da:
  • Gefährdung der Flugsicherheit
  • Verstoss gegen das Telekommunikationsgesetz
  • Behinderung von Hilfeleistung
  • Versuchter Todschlag
  • Nötigung
Da kommt einiges zusammen. Bislang wurde der Tatverdächtige nur vom Dienst suspendiert. Das wird wohl nicht reichen.

Das Motiv kann man sich an einer Hand abzählen. Luxembourg Air Rescue operiert im Raum Trier offensichtlich schneller und effektiver als das Deutsche Rote Kreuz. Die Krankenversicherungen zahlen nur an den, der rettet und nicht an den der zu spät kommt. Wiedermal spielte also Geld eine Rolle. Als der DRK-Chef seine Einnahmen nicht legal erzielen konnte oder wollte, versuchte er diese auf Kosten von leidenden Patienten und ihren Rettern unter Gefährdung von Unbeteiligten durchzusetzen. Wie tief muss ein Mensch in seiner Moral sinken, um solch eine Gewissenlosigkeit zu begehen?

Foto: LAR

(Danke, Christophe!)

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Kommentare:

A. hat gesagt…

Meine Krankenkassenbeiträge!!!!

In USA werden teilweise Patientenverlegungen mit dem Hubi durchgeführt, um Geld zu Kassieren...

Frank Kerkau hat gesagt…

Na ja, wenn ein Patient von der Autobahn ins Krankenhaus verlegt werden muss, hätt ich nichts dagegen und auch nicht, wenn Hubis für Notverlegungen zwischen Krankenhäusern eingesetzt werden. Könnte ja sein, dass nur eine Spezialklinik schnelle Hilfe gewähren kann. Wenn sich daraus jedoch Schindluder entwickelt, um Kasse zu machen, hört der Spass auf. Aber hier geht's ja um mein Markt - Dein Markt. Hilf nicht meinen Patienten, auch wenn Du's besser und schneller könntest. Ich will daran verdienen, auch wenn sie bei mir länger leiden müssen oder Gefahr laufen, dass meine Hilfe zu spät kommt. Der nächste Punkt ist die hinterhältige und allgemein gefährliche Art der Blockade. Skandalös, einfach nur skandalös.