Dienstag, Oktober 02, 2007

Flugreisen: CO2-Offset-Programme im Vergleich

Klimaschutz-Spenden bei Fluggesellschaften sind billiger

Ich habe kein Problem damit, dass Klimaschutzprojekte in Entwicklungsländern durch Fluggäste gesponsert werden können. Aber ich habe ein Problem, wenn 20 Prozent der Gelder nicht am Ziel ankommen, die Aufforstung von Wäldern vernachlässigt oder der CO2-Ausgleich durch Multiplikation mit intransparenten Faktoren künstlich verteuert wird.

Der Vergleich verschiedener Anbieter von CO2-Ausgleichsprogrammen für Flüge zeigt erhebliche und nicht nachvollziehbare Preisunterschiede. So kostet der CO2-Ausgleich eines Fluges in der Economy-Class (one way) von Frankfurt (FRA) nach New York (JFK) pro Person:
  • 7,82 Euro bei British Airways-Partner climatecare.org (0,7 Tonnen CO2)
  • 5,72 Euro bei Qantas (eigenes Programm; 0,763 Tonnen CO2)
  • 12,00 Euro*) bei Lufthansa-Partner myclimate.de (0,607 Tonnen CO2)
  • ab**) 33,10 Euro direkt bei myclimate.de (1,398 Tonnen CO2)
  • 41,00 Euro bei atmosfair.de (2 Tonnen CO2)
*) Bei Beträgen unter 20,00 Euro fallen 3,00 Euro Bearbeitungszuschlag an.
**) Man kann auch für den unerklärlich dreifachen Betrag mindestens mit dessen Hälfte den Klimaschutz in der Schweiz subventionieren.

Der Vorteil der Airlines ist, dass von den Geldern nichts für Verwaltung oder sonstiges abgezweigt wird und die Kalkulation fair und transparent erfolgt. Wer sich also mit dem Gedanken trägt, die CO2-Emissionen seiner Flüge durch Offset-Programme zu neutralisieren, sollte sich lieber bei den Fluggesellschaften direkt umschauen und genau vergleichen. Und nein, man muss nicht mit der Fluggesellschaft geflogen sein, um deren CO2-Ausgleich zu nutzen.

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Kommentare:

misterEd hat gesagt…

schöner vergleich!
gute arbeit!
mässiger schluss.
unvollständige recherche
spezielle einstellung :-)

da gibt es z.B den Unterschied zwischen "CO2-Kompensation" und "Klimaneutralität"...myclimate.org setzt sich für zweiteres ein, womit gemeint ist, dass nicht nur die direkte CO2-Emission sondern auch andere schädliche Treibhausgase berechnet werden und diese dann in sogenannte "CO2-Äquivalente" umgerechnet werden. Darum die höhere Zahl.
Die preislichen Unterschiede hängen ja zum Teil damit zusammen und ansonsten scheint es doch ziemlich einleuchtend, dass Projekte unterschiedlich kosten, da z.B unterschiedliche Qualitätsmerkmale vorhanden.
20% der Gelder für Verwaltung ist berechtigt, jedoch irgendwie noch logisch und vertretbar..in my opinion.

und wegen "undurchsichtige Faktoren": da gibts noch kleine Unterschied in welcher Höhe die Gase ausgestossen werden...nur so als Hinweis :-)

da findet man texte zum thema rating
zum thema>

und übrigens läuft das Ganze ja unter "Spende", also find ich auch es soll Transparenz herrschen aber wenn es darum geht seinen Flug "möglichst billig" zu kompensieren.. naja, "nett haben wir was fürs Klima getan"...

Frank Kerkau hat gesagt…

Nur so als Hinweis :-)

Teure CO2-Offset-Programme helfen der Luftfahrt nicht!
10+1 Fakten zu Flugzeug und Umwelt